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Wie setzt sich die Energiekosten zusammen – und wer beeinflusst das?

Wenn Unternehmer sich den Energiepreis anschauen, sehen sie häufig nur einen Endpreis pro Kilowattstunde. Doch dieser Preis ist ein Zusammenspiel aus Marktmechanismen, regulatorischen Vorgaben und Infrastrukturkosten – und genau das bestimmt über Risiko, Planbarkeit und Handlungsspielraum.

 

1. Energiemarkt und Börsenpreis (~40 %)

Ein großer Anteil – etwa 40 % des Gesamtstrompreises – setzt sich aus dem reinen Energiepreis (Marktpreis) plus Vertrieb zusammen. Dieser Teil entsteht im Wettbewerb:

  • über Termin- und Spotmarktpreise
  • durch Erwartungen über Versorgung, Nachfrage, Börsenentwicklung
  • durch Beschaffungsstrategie des Lieferanten

Je nach Handelsstrategie kann dieser Anteil volatil sein oder durch langfristige Kontrakte stabilisiert werden.

 

2. Netz- und Messentgelte (~28 %)

Netzentgelte machen rund 28 % des Strompreises aus und finanzieren den Betrieb, die Wartung und den notwendigen Ausbau der Stromnetze. Diese Netze transportieren Strom über große Distanzen und sorgen für Versorgungssicherheit – vor allem, wenn erneuerbare Energie überregionale Einspeisungen erfordert.

Netzentgelte werden von den Netzbetreibern erhoben und durch die Bundesnetzagentur reguliert.

 

3. Steuern, Abgaben & Umlagen (~32 %)

Ein weiterer großer Block – etwa 32 % des Strompreises – besteht aus staatlich veranlassten Komponenten:

  • Mehrwertsteuer
  • Stromsteuer
  • Konzessionsabgabe
  • Umlagen für energiepolitische Aufgaben und Infrastruktur

Diese Posten sind gesetzlich festgelegt und unterliegen nicht dem Wettbewerb. 

 

Was bedeutet das für Unternehmen?

Wenn wir Energie strategisch betrachten, lohnt es sich zu fragen:

  • Welcher Teil des Preises ist marktabhängig?
  • Welcher Anteil entsteht durch staatliche Vorgaben?
  • Welches Risiko liegt in welchem Baustein?
  • Welche Teile kann ich beeinflussen – und welche nicht?

Energieeinkauf heißt: Marktpreis verstehen → Netzkosten verstehen → Regulatorische Einflüsse einordnen.

Und je mehr Sie von diesen Komponenten verstehen, desto gezielter können Sie handeln – statt nur zu reagieren.